WNBL unter Deutschlands TOP12

Nach einer lehrreichen wie erfolgreichen Vorrundenstaffel Südost startet Bambergs Bundesliga-Nachwuchs am 14. Februar mit einem Heimspiel gegen die BSG Basket Ludwigsburg in die Hauptrunde der WNBL. Mit elf weiteren Mannschaften – aufgeteilt in die beiden Regionalstaffeln Nord und Süd, wobei der Erstplatzierte aus Deutschlands Süden als Ausrichter fungieren wird – duellieren sich die oberfränkischen Nachwuchs-Basketballerinnen dann im Kampf um eines der begehrten Tickets zum diesjährigen TOP4, der Finalrunde um die deutsche U17-Meisterschaft.

Einhergehend damit haben die Domstädterinnen das sportliche Teilnahmerecht am Spielbetrieb der kommenden Saison bereits frühzeitig gesichert und so das selbstgesteckte Ziel in Form des direkten Klassenerhalts erfüllt. Demnach folgt nun in den Aufeinandertreffen mit den besten drei Teams aus dem Südwesten – sowie zeitgleicher Übernahme der Ergebnisse gegen die eigenen Staffel-Gegner München und Würzburg – ein ansprechendes Kür-Programm. Nach einem rein nominell wenig verheißungsvollen Start mit zwei deutlichen Niederlagen gegen München sowie Nördlingen haben sich die Schützlinge von Trainer Ulf Schabacker nach und nach immer besser im Spielbetrieb der Mädchen-Bundesliga akklimatisiert. „Vor allem im Zuge der vielen und steten Einsätze im Senioren-Spielbetrieb haben wir uns immer besser an die erforderliche Spielintensität gewöhnen können, auf Basis welcher wir letztlich auch in engen Spielverläufen ruhigen Kopf bewahrt haben“, beschreibt Kapitänin Franziska Hager aus ihrer Sicht rückblickend das Erfolgsgeheimnis einer überzeugenden Adventszeit. Von der Bezirksoberliga über die Bayernliga bis hin zur Regionalliga bzw. teils gar im Trainings- und Spielbetrieb der 2. Liga sammeln die jungen Athletinnen dabei von Woche zu Wochen weitere wertvolle Erfahrungen für die rundenübergreifend 16 WNBL-Partien. Offenkundig wird diese grundlegende Spielroutine ebenso beim Blick über den eigenen Tellerrand hinaus, stellen die DJK-Korbjägerinnen trotz nur stark begrenzter gemeinsamer Trainingseinheiten mit durchschnittlich 67 Punkten pro Partie die bundesweit vierterfolgreichste Offensive und konnten sich mit Julia Förner (85 Prozent) sowie Jana-Sophie Distler (84,6) gleich zwei Oberfränkinnen unter den fünf besten Freiwurfschützinnen platzieren.

Mannschaftliche Geschlossenheit wird direkt Mitte Februar im ersten sowie möglicherweise zugleich vorentscheidenden Hauptrunden-Match ob der weiteren Zielsetzungen entscheidend sein. „Bereits im letzten Jahr standen wir in den beiden Aufeinandertreffen mit Ludwigsburg einer taktisch wie athletisch gut ausgebildeten Mannschaft gegenüber, die nach einer insgesamt etwas unglücklichen Vorrunde gewiss darauf brennen wird, im Rahmen der Hauptrunde ihr wahres Potential abzurufen“, weiß Hager über die Partie gegen das schwäbische Ensemble von Cäsar Kiersz, WNBL-Trainer des Jahres 2015, zu berichten. Nach einer durchwachsenen Vorrunde mit deutlichen Niederlagen gegen Rhöndorf wartet demnach trotz einer undankbaren Ausgangslage ein unangenehmer Gegner zum Hauptrundenstart, welcher sich primär aus vielen erfahrenen Kräften des Jahrgangs 1999 zusammensetzt.

Am direkt anschließenden Wochenende folgt mit dem Gastspiel in Bad Honnef bei den von Robert Gan betreuten und zu großen Teilen am örtlichen Sportinternat Schloss Hagerhof beheimateten Rheinländerinnen die weiteste Fahrt der diesjährigen Saison. „Während auf unserer Seite gerade einmal zwei Spielerinnen überhaupt das Gardemaß von 1,80m überschreiten, misst Rhöndorf im Durchschnitt 1,82m. Vor allem die Auftritte von Centerspielerin Carlotta Ellenrieder (15 Punkte pro Partie) sowie Jessika Schiffer (10) als ordnender Hand im Spielaufbau stechen dabei im bisherigen Saisonverlauf heraus, nachdem sich beide im Sommer als wichtige Bestandteile der U16-Nationalmannschaft hervortun konnten“, charakterisiert Hager den zweiten nicht minder anspruchsvollen Hauptrundengegner.

Seine indes einzige Vorrunden-Niederlage musste Rhöndorf im Aufeinandertreffen mit dem letzten Vertreter aus Deutschlands Südwesten, der SG Weiterstadt/Kronberg, hinnehmen. Etwas überraschend setzte die Spielgemeinschaft aus dem Großraum Frankfurt gerade zum Abschluss des vergangenen Kalenderjahres ein sportliches Ausrufezeichen nach dem anderen und stellte damit laut DBB gar das “Team der Stunde“. „Im letzten Jahr standen wir uns in ähnlicher personeller Besetzung noch in den Playdowns gegenüber, wobei wir zweimal die Oberhand behalten konnten. Demnach hoffen wir, an diese positiven Ansätze unter sportlich deutlich angenehmeren Voraussetzungen anknüpfen zu können“, freut sich die nunmehr bald 17-jährige Spielführerin auf das Wiedersehen am 27. Februar im Strullendorfer Basketball Center Hauptsmoor. Nach dem qualvollen Gang durch die frühsommerliche Relegationsrunde bildete taktische Finesse gepaart mit einer spielerisch-individuell hochbegabten Melissa Kolb (20 Punkte pro Partie, zugleich Topscorerin ihres Staffel-Wettbewerbes) das Fundament des einen oder anderen Sensationsmomentes zu Gunsten der Hessinnen.

Um eben jene Überraschungen zu vermeiden, liegt nun also noch eine letzte harte Trainingswoche vor den Korbjägerinnen der DJK Brose. „Obwohl ein Teil unseres Teams urlaubs-/ferienbedingt die kommende Woche nicht zur Verfügung steht, freuen wir uns alle auf die intensiven nächsten Tage und letztlich darauf, dass es bald endlich wieder weiter geht. Vergleichbar den letzten Bamberger Hauptrunden-Teilnahmen in den Jahren 2011 und 2012 wollen wir auch in dieser Saison beweisen, dass wir keineswegs unverdient zu den besten Mannschaften Deutschlands zählen“, blickt Hager kämpferisch auf die sechs alles in allem interessanten wie gleichfalls gewiss lehrreichen Partien bis Mitte April voraus.

Die WNBL Hauptrunden-Spieltermine der DJK Brose Bamberg im Überblick:

DJK Brose Bamberg – BSG Basket Ludwigsburg
Sonntag, 14. Februar 2016 (15.00 Uhr, BasKIDhall)

Dragons Rhöndorf – DJK Brose Bamberg
Sonntag, 21. Februar 2016 (14.00 Uhr, SH Menzenberg)

DJK Brose Bamberg – SG Weiterstadt-Kronberg
Samstag, 27. Februar 2016 (15.00 Uhr, Basketball Center Hauptsmoor)

BSG Basket Ludwigsburg – DJK Brose Bamberg
Sonntag, 13. März 2016 (15.00 Uhr, Innenstadtsporthalle)

DJK Brose Bamberg – Dragons Rhöndorf
Sonntag, 03. April 2016 (15.00 Uhr, BasKIDhall)

SG Weiterstadt-Kronberg – DJK Brose Bamberg
Sonntag, 10. April 2016 (13.00 Uhr, Adam-Danz-Halle)

Foto: Lina Ahlf